vor einigen tagen wurde boutiques.com gelauncht und auf meiner twitter timeline waren alle mehr oder weniger begeistert.
nun gut, ich war zugegeben neugierig, denn schliesslich finde ich es spannend, was uns ständig dazu bewegt, unser leben in die hände monopolisierter unternehmen zu legen. ein account musste her!
nach der registrierung folgte schon eine einstufung. welcher look gefällt mir besser, oder welche silhouetten, farben und muster liebe bzw. hasse ich. macht ja irgendwie spaß. erinnert an eines dieser mädchenmagazintests, die man im teenie alter gerne schon mal ausgefüllt hat (bei unzufriedenheit mit dem fälligen ergebnis möglicherweise auch ein zweites mal). und dann konnte es schon losgehen, mit dem langersehnten shoppen! – wo natürlich nur ware gezeigt wird, die einem wirklich gefällt. wie wunderbar!
das alles ist schön und gut, doch eines wundert mich hier! wieso, bitte schön, lassen wir uns so gerne standardisieren, wenn wir bei jeder gelegenheit ständig schreien, wie individuell wir denn alle nicht sind? wieso glauben wir, dass die hier angebotene ware das ultimative non plus ultra sei?
bekleidung ist, und da spreche ich sicher vielen designern aus der seele, eine herzensangelegenheit. man macht mode nicht, weil man geld verdienen möchte, sondern viel mehr, weil es einen erfüllt. nun diese designer, werden eher schwer auf boutiques.com zu finden sein. viel mehr darf man sich dann über unternehmen mit schweren marketing budgets freuen; über standardisierte ware für standardisierte kunden. verdienen tut dabei vor allem google… aber wem erzähl ich es hier, muss ja schliesslich jeder für sich selbst beantworten, welchen stellenwert stil so eigentlich hat!
ps: beruhigend finde ich wiederum, dass auf der gesamten ersten seite der auf mich zugeschnittenen ware, kein einziges teil dabei ist, in das ich gerne geld investieren würde. ich bleibe weiterhin ein fan von polyvore; auch wenn hier “verkaufen” auf eine noch viel subtilere weise geschieht.
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